Alleinerziehende

Fragebogen für Alleinerziehende - NOTFALLBETREUUNG (Juni 2012)

Was brauchen Sie für sich und Ihr Kind? 

Erinnern Sie sich? Vergangenes Jahr füllten Sie einen Fragebogen aus, der zum Ziel hatte, Ihre Lebens- und Arbeitssituation in Ellwangen und Umland vor allem für alleinerziehende Mütter und Väter zu verbessern. Ergebnis Ihrer Antwort war u.a., dass durch die Anforderungen im Beruf und durch die persönliche Situation es für die eine oder den anderen „Notfälle“ gibt. 

Für diese müssen Lösungsmöglichkeiten gefunden werden. Gemeinsam mit dem Netzwerk der Alleinerziehenden, hat sich P.A.T.E. als Verein für Pflegeeltern, Adoptiveltern, Tageseltern und Eltern im Ostalbkreis nochmals speziell des Themas Notfall-Betreuung angenommen. 

Im Juni 2012 gab es dazu eine Befragung, hier die Ergebnisse.

Fragebogenaktion für Alleinerziehende (Sommer 2011)

Eine Fragebogenaktion für Alleinerziehende zur Verbesserung Ihrer Lebens- und Arbeitssituation 

Vom 23. Mai bis 20. Juni 2011 führte das Ellwanger Netzwerk für Alleinerziehende eine Fragebogenaktion durch, mit der die Lebens- und Arbeitssituation alleinerziehender Mütter und Väter erfasst werden sollte. Ziel ist , neue kooperative Strukturen in der Region Ellwangen entstehen zu lassen und damit die Lebenssituation von Alleinerziehenden wesentlich zu verbessern. 

Der Fragebogen wurde in gemeinsamer Arbeit des Alleinerziehenden-Netzwerkes, dem Jugendamt, dem Jobcenter und der Arbeitsagentur in Ellwangen entwickelt. Die Befragung erfolgte anonym. 

Im PDF oben links nun die zusammengefaßten Ergebnisse!

 

Alleinerziehend - eine besondere Lebenslage!

Als Jugendhilfeträger bietet das Kinder- und Jugenddorf eine Vielzahl an Hilfen für Kinder, Jugendliche und Familien an. Immer wieder erleben wir die schwierige Lebenssituation Alleinerziehender hautnah, beispielsweise:

  • die soziale Isolation
  • das lückenhafte Netz von Kinderbetreuung, die bezahlbar sein und arbeitsmarktentsprechende Kinderbetreuungszeiten anbieten muss
  • die wirtschaftliche schwierige Lage bis hin zu Privatinsolvenzen
  • Defizite im Bereich sozialer Kompetenzen, aber auch in Fragen der Haushaltsführung, kindgerechten Ernährung, budget-angepasste Einkäufe u.ä.
  • im ländlichen Raum erschwerend: Die mangelnde Infrastruktur im ÖPNV und die geforderte Flexibilität an Arbeitsplätzen, die nicht am Wohnort sind
  • Unsicherheiten oder fehlende Kompetenz im Umgang mit Behörden, Antragsformularen, Schriftstücken und der entsprechenden Selbstorganisation
  • das Risiko ist hoch, nach einem familienbedingten Rückzug aus dem Erwerbsleben langzeitarbeitslos zu bleiben.

Dem gegenüber steht das große Interesse vieler Betroffener, eine Ausbildung zu absolvieren, zu beenden oder in das Berufsleben (wieder) einzusteigen und sich damit auch unabhängig von Unterstützungsleistungen zu machen.

Steffi Holzwarth, Alleinerziehende aus Ellwangen, beschreibt die Lebenssituation Alleinerziehender

Als Selbstbetroffene konnte ich im letzten halben Jahr mit vielen anderen Alleinerziehenden sprechen und es hat sich gezeigt, dass die Erfahrungen und Belastungen überall weitgehend die gleichen sind. Es lässt sich gut mit folgendem Bild beschreiben:

Wenn die Familie zerbricht und man allein erziehend wird, dann ist das erst wie ein emotionaler Totalschaden, und dann bekommt man lauter Kisten aufgeladen und soll auf sich selbst gestellt weiterfahren, während sich das Umfeld zurückzieht.

Diese "Kisten" möchte ich kurz andeuten:

Kiste 1: Man muss verkraften, dass Ehe und Familie unter oft miesen Umständen zerbrochen sind, und das kostet eben eine immense seelische Kraft und viiiel Zeit. Verarbeitungshilfen aus dem Umfeld gibt es meist nicht oder nur wenig.

Kiste 2: In dieser Kiste sind Schuldgefühle, Kummer und Sorge den Kindern gegenüber, weil man ihnen keine familiäre Sicherheit und viel zu wenig eigene Ausgeglichenheit und Zeit geben kann.

Kiste 3: ist voll gepackt mit Defiziten im sozialen Leben: viele müssen aushalten, dass sich Freunde und Bekannte zurückziehen, weil sie nicht zwischen den ehemaligen Partnern stehen wollen, weil es zu anstrengend ist Beistand zu geben oder weil sie sich halt lieber unbeschwert mit anderen Paaren treffen. Neue Freundschaften finden ist schwierig, weil die hohen emotionalen, zeitlichen und Kräftezehrenden Belastungen es verhindern. Und mal ehrlich: wer schließt schon gerne mit einem belasteten, angespannten Menschen, der sowieso kaum Zeit hat Freundschaft .. Nicht wenig Betroffene sind dadurch in eine innere Isolation geraten.

Kiste 4: bedeutet: Kinder alleine erziehen, Familienmanagement alleine bewältigen, Haushalt alleine bewältigen, dabei den Kindern den fehlenden Elternteil ersetzen, seelische Schäden abfangen, oft ein schulisches Abrutschen abfangen und dann soll man auch noch voll arbeiten gehen. Und das ist die:

Kiste 5: Wer da nicht schon abgesichert ist, muss eine Stelle suchen und Alleinerziehende sind bei Chefs nicht sehr beliebt. Viele landen in einem unterbezahlten oder gering bezahlten Job und sollen davon auch noch eine Kinderbetreuung zahlen. Für nicht wenige Frauen heißt es: durch die Ämter hecheln und dringend notwendige Zuschüsse zu bekommen oder auch dem Unterhalt hinterher zu klagen. Der Spagat zwischen Job und zu hause-mit-Allem-allein-sein heißt auch, dass man in einem der beiden Parts immer wieder nicht alles bewältigen kann, was vom Umfeld auch nicht gerade mit Verständnis beantwortet wird und weiteren emotionalen Druck erzeugt. Meistens kommt die familiäre Seite zu kurz, weil man seinen Job nicht verlieren will und das ist nicht gerade zum Wohl de Kinder!

Kiste 6:... ist für die Meisten ein finanzieller Absturz mit erheblichen Einschränkungen. Einige geraten dabei vor oder hinter die Armutsgrenze.

Kiste 7: Kinderbetreuung!. Das ist für viiiele Betroffene ein Riesenproblem: Man muss eine Betreuung finden um arbeiten zu gehen, man muss sie bezahlen und fühlt sich dabei auch noch mies, weil man zu wenig selber für die Kinder da sein kann. Auch braucht man eine Kinderbetreuung, um wenigstens ab und zu mal raus zukommen, damit man wieder ein Sozialleben aufbauen kann.

Und zum Thema Kinderbetreuung möchte ich etwas anmerken: So nötig es momentan ist, dass Plätze geschaffen werden: Die beste Betreuung für ein - und durch die Trennung ja auch noch seelisch geschädigtes Kind - ist und bleibt eine eigene, ausgeglichene Mutter!!

 

Das sind so die Hauptlasten, zu denen aber noch viele Päckchen dazukommen, z.B. kaum Rente für Frauen, die bisher für die Familie da waren, psychosomatische Beschwerden und chronisches überlastet sein, Unterhalt hinterher klagen, und vieles mehr ...

Zusammenfassend kann man sagen: Alleinerziehend sein heißt für die Betroffenen am Rande des seelischen, körperlichen und oft finanziellen burn-outs zu stehen und kaum Zeit, Kraft oder Möglichkeiten für Ausgleich, Erholung und Sozialleben zu haben. Es heißt für die Kinder: mit einem angespannten, hochbelasteten Elternteil aufzuwachsen, der ihnen nicht gerecht werden k a n n, es heißt oft fremd betreut oder allein gelassen zu sein, es heißt zu wenig Halt zu haben um emotional gesund aufzuwachsen.

Auch Kinder Alleinerziehender sind vielfach belastet! Auf der anderen Seite des Crashes ist meistens ein ehemaliger Partner, der im Normalfall Unfallflucht begeht, lediglich seinen Beruf zu bewältigen hat, ansonsten aber Freizeit für Erholung und Sozialleben hat, meistens schnell wieder eine neue Beziehung eingeht und dabei schaut, dass er möglichst wenig zahlen muss!

Es ist  d r i n g e n d  notwendig, dass bei Politikern, Institutionen, in der Gesellschaft und bei dem ehemaligen Partner ein Bewusstsein dafür geschaffen wird, dass Alleinerziehende mehrfach überbelastet sind und dass Kinder um gesund aufzuwachsen doch wenigsten ein e n Elternteil brauchen, der wirklich für sie da ist und ihnen Stabilität, innere Sicherheit, Zuwendung, Geborgenheit, Rückhalt, Begleitung und Lebensfreude geben k a n n.

Schließen möchte ich mit zwei Wünschen: Dem dringenden Wunsch an Politiker und Institutionen, dass Sie die hohen Belastungen Alleinerziehender wirklich an sich ranlassen und aus dem heraus - innerhalb ihres jeweiligen Einfluss- und Wirkungskreises das Bestmögliche tun, damit wir Entlastung bekommen.

 

Mein herzlichster Wunsch an alle Betroffenen ist: Dass Sie in ihrem Umfeld Unterstützung, Verständnis, Wärme und halt bekommen, und dass Sie jeden Tag eine kleine Nische haben in der Sie zu sich selbst und Ihrer innersten Kraft finden und aus dem heraus dann sagen können:

Ja ich schaffe es - obwohl so viel Belastendes ist
Ja ich bin lebensfroh - obwohl soviel Schweres zu bewältigen ist
Ja - ich bin froh, dass ich meine Kinder habe .

 

Steffi Holzwarth
bei der Plenumsveranstaltung "Perspektiven für Alleinerziehende" des Lokalen Bündnisses für Famile am 19.11.2009

Netzwerk für Alleinerziehende

Das Netzwerk für Alleinerziehende in Ellwangen wird getragen von

    

Angebote der Marienpflege für Alleinerziehende und (junge) Familien

Sie finden in diesem Download eine zusammengefaßte Übersicht auf drei Seiten über Angebote, die Alleinerziehenden oder (jungen) Familien je nach Lebenssituation hilfreich sein können. 

Alleinerziehend in Ellwangen? Hier gibts Unterstützung!

Angebote für Alleinerziehende in Ellwangen - eine Übersicht des Lokalen Bündnisses für Familie. Herausgegeben von der Stadtverwaltung Ellwangen. Zusammengestellt von Evi S. Saur (Beauftragte für Frauen, Familien, Senioren und Soziales der Stadt Ellwangen).

Betreuungs- und Treffmöglichkeiten

in Ellwangen für Familien mit Kindern bis 6 Jahre - Infobroschüre der Stadt Ellwangen, Stand April 2014.

 

und für Familien mit Kindern von 6 bis 12 Jahre - Infobroschüre der Stadt Ellwangen, Stand April 2014.

Beratungsangebot

Der Ostalbkreis bietet Beratung für Schwangere und Eltern mit Kleinstkindern.

Lokales Bündnis für Familie Ellwangen

Die meisten Kinder wachsen bei ihren leiblichen Elternteilen auf. Gleichzeitig gibt es aber immer mehr Mütter und Väter, die ihre Kinder alleine erziehen. Das ist heute glücklicherweise kein persönlicher Makel mehr. 

Repräsentative Untersuchungen zeigen, dass sich die meisten dieser Familien schnell stabilisieren und ein Großteil der betroffenen KinderTrennung und Scheidung der Eltern gut bewältigt. Trotzdem sind viele Alleinerziehende auf Unterstützung angewiesen - von uns allen. Kinder von alleinerziehenden Eltern sind stärker von Armut betroffen als Kinder mit zwei Elternteilen. Für die alleinerziehende Mutter oder den Vater ist es auch ungleich schwerer, arbeiten zu gehen und dennoch Zeit für die Familie zu haben. Die gesamte Verantwortung lastet auf ihren Schultern. Wichtig ist, dass Alleinerziehende und ihre Familien die Chance haben, auf wirtschaftlich eigenen Füßen zu stehen. Kinder dürfen kein Armutsrisiko sein. 

Alleinerziehende geben Tag für Tag ihr Bestes und laufen zu Höchstleistungen auf. Nicht nur bei der Erziehung ihrer Kinder sind sie im 24-Stunden- Dauereinsatz, sondern vollbringen tagtäglich auch wahre Wunder bei Organisation und Zeitmanagement. 

Helfen Sie mit, dass Alleinerziehende in Zukunft auf eigenen Beinen stehen und für sich und ihre Kinder sorgen können. Entwickeln Sie zusammen mit dem Lokalen Bündnis für Familie Ellwangen Perspektiven für Alleinerziehende.

Das Lokale Bündnis für Familie ist ein Zusammenschluss verschiedener Personen, und Gruppen aus Ellwangen, die sich das Ziel gesetzt haben, etwas für Familien zu bewirken. In fünf Arbeitsgruppen werden konkrete Maßnahmen und Projekte entwickelt. Weitere Bündnismitglieder sind jederzeit willkommen!

Ansprechpartnerin: Nicole Bühler, Familien,- Frauen- und Jugendbeauftragte Spitalstr. 4, 73479 Ellwangen Telefon: 07961/84-257 Telefax: 07961/84-310,  E-Mail: nicole.buehler(at)ellwangen.de