Asperger Selbsthilfegruppe Hohenlohe-Franken-Ostalb
In den Räumen der Marienpflege trifft sich die Selbsthilfegruppe jeden 2. Freitag im Monat um 19 Uhr.
Asperger - eine kleine Einführung
Das Asperger - Syndrom gehört zum Spektrum der autistischen Störungen. Diese werden von der Weltgesundheitsorganisation als „tiefgreifende Entwicklungsstörungen“ bezeichnet. Sie sind durch eine qualitative Beeinträchtigung in der sozialen Interaktion und der Kommunikation sowie ein eingeschränktes oder sich wiederholendes Interessenspektrum charakterisiert.
Typische Verhaltensweisen
Asperger ist auf den ersten Blick nicht erkennbar. Betroffene sehen normal aus, zeigen jedoch sonderbare Verhaltensweisen. Typisch sind Beeinträchtigungen des Interaktionsverhaltens, mangelndes Einfühlungsvermögen, starres Festhalten an Gewohnheiten, motorische Auffälligkeiten sowie ausgeprägte Spezialinteressen. Aufgrund ihrer Verhaltensauffälligkeiten stoßen betroffene Kinder auf Schwierigkeiten im Umgang mit Gleichaltrigen, Erwachsenen und den eigenen Eltern.
Asperger in der Kindheit
Im Vorschulalter beschäftigen sich Kinder mit Asperger-Syndrom am liebsten alleine. Ihr Spiel beinhaltet häufige Wiederholungen. Rollenspiele finden nicht statt. Diese Kinder bekommen leicht Wutanfälle, wenn von alltäglichen Routinen abgewichen wird. Sie wirken auffallend ungeschickt. Mitunter ist ihre Sprache geprägt von umständlichen Formulierungen. In der Schule fällt es Kindern mit Asperger-Syndrom schwer, sich an Regeln zu halten. In Teilbereichen (z.B. in der Mathematik) beeindrucken sie mit Detailwissen; in anderen Bereichen fehlen ihnen die Grundlagen. Ihre Ungeschicklichkeit führt im Sportunterricht zu Schwierigkeiten. Das Kind hat wenige oder keine Kontakte zu Gleichaltrigen. Freundschaften entstehen meist nicht, weil das Kind sehr ich-bezogen handelt und seiner Umgebung mit seinem Spezialinteresse und ständigen Wiederholungen sehr auf die Nerven gehen kann. Das mangelnde Verständnis für die Gefühle und Bedürfnisse anderer Menschen und die kommunikativen Defizite führen zu Schwierigkeiten im sozialen Bereich. Häufig äußert das Kind verletzende Bemerkungen, ohne Böses zu wollen.
Schwierigkeiten und Stärken
Menschen mit dem Asperger-Syndrom zeigen Verhaltensweisen, die sich für sie selbst und Mitmenschen nachteilig auswirken können. Daneben verfügen Sie über besondere Stärken, die diese Schwierigkeiten in den Hintergrund treten lassen können:
Schwierigkeiten:
- erfassen Situationen nicht als Ganzes
- orientieren sich an unbedeutsamen Merkmalen
- können Gelerntes nicht auf ähnliche Situationen übertragen
- „kleben“ an Beispielen
- können ihre Aufmerksamkeit nur schwer auf Neues ausrichten
- sind vergesslich und leicht ablenkbar
- reagieren verzögert oder nicht auf komplexe Aufforderungen
- legen Sprache wortwörtlich aus
- können die Wirkung ihres Verhaltens auf andere schwer einschätzen
- können sich nicht in die Gefühlswelt anderer hineinversetzen
- reagieren zum Teil sensorisch über- oder unterempfindlich (Geräusche, Berührungen, Licht, Temperaturen)
- haben Schwierigkeiten mit der zeitlichen Organisation, d.h. sie wissen nicht, was wann zu tun ist haben
- Schwierigkeiten mit der räumlichen Organisation, d.h. sie wissen nicht, wo was hingehört
Stärken:
- Aufrichtigkeit
- Loyalität
- Zuverlässigkeit
- ausgeprägter Gerechtigkeitssinn
- gutes Gedächtnis, was das Spezialinteresse betrifft
- große Leistungsbereitschaft
- fotografisches Gedächtnis
- motiviert, dankbar und anhänglich bei Anerkennung und Lob
Förderung und Therapie
Durch gezielte Förderung können die mit dem Asperger-Syndrom verbundenen Schwierigkeiten gemindert und die Lebensqualität verbessert werden. Dazu zählen:
- Annahme des Kindes wie es ist
- Beratung des Betroffenen, der Eltern und Lehrer
- Schaffung von klaren und bleibenden Strukturen
- Einübung von Routinen
- behutsame Förderung von Sozialkontakten
- Schaffung von Rückzugsmöglichkeiten
- Vermeidung von Redewendungen, die missverstanden werden könnten
- Anerkennung des Spezialinteresses
- Lob


