Für Ehemalige

Mitbewohner/ Mitschüler gesucht!

Einige Ehemalige haben sich gemeldet und suchen Mitbewohner / Mitschüler von damals, zum Beispiel

Wenn Sie auch Ehemalige suchen:
Wir können keine Namenslisten etwaiger Mitbewohner herausgeben, wie es manche Ehemalige erhofft haben. Wenn wir aber eine aktuelle Adresse eines früheren Mitbewohners kennen, fragen wir ihn gerne in Ihrem Namen an und vermitteln Ihre Adresse weiter. Dann bleibt es ihm überlassen, ob er sich bei Ihnen meldet. Oder wir stellen solche Kontaktsuchen mit Ihrer Erlaubnis oben ein.

Viele Ehemalige haben sich auch via Internet wieder gefunden, z.B. bei www.stayfriends.de unter "Marienpflege", www.123people.de, www.yasni.de, www.personensucher.dewww.wer-kennt-wen.de, www.facebook.comwww.dasoertliche.de und andere.

"Heimkind" - auf der Suche nach der eigenen Vergangenheit?

Manche Ehemalige wissen gar nicht, wieso sie ins Heim mußten. Jahrzehnte später plagen sie Fragen über die eigene Herkunft: Wo komme ich her? Wer waren eigentlich meine Eltern? Habe ich Geschwister? Wer war meine Familie, waren meine Vorfahren? Was ist aus meinen damaligen Mitbewohnern geworden?

Immer wieder fragen Menschen bei uns an, ob noch Unterlagen aus ihrer Zeit im Kinderdorf vorhanden sind. JA - wir haben noch sehr viele "Bewohnerakten"; ab 1830 in Form von Belegungsbüchern und Listen, ab etwa 1919 als Einzelakten in unserem inzwischen gut sortierten Archiv.  

Wir mußten in den letzten Jahren aber auch feststellen, dass die eine oder andere Akte gefehlt hat und dass in vielen Akten nur wenige und/oder recht formale Unterlagen enthalten sind: Beispielsweise Amtsschreiben, medizinische Informationen u.ä.

Manchmal sind aber auch - vor allem für den Betroffenen interessante - Berichte über die Entwicklung des Kindes enthalten, manchmal auch Krankenblätter, Schriftwechsel mit der Familie, Geburtsurkunden, schulische Unterlagen, Kinderzeichnungen und anderes.

 

Herzliche Einladung

Sie haben einige Jahre hier in der Marienpflege gelebt, möchten gerne mal vorbei kommen, reden, Ihre Unterlagen einsehen? Melden Sie sich doch einfach und wir sprechen uns ab, ob Sie zu Besuch kommen möchten oder lieber "Ihre" Akte als PDF-Scan per E-Mail nach Hause möchten. In jedem Fall brauchen wir eine Legitimation, d.h. eine Kopie eines Ausweises (z.B. Fürherschein, Meldebstätigung o.ä.) - denn Sie und wir wollen nicht, dass Ihre persönlichen Unterlagen in falsche Hände kommen. Aus Datenschutzgründen müssen wir manchmal in dem PDF-Scan die Namen von Mitbewohner/-innen schwärzen, was auch bundesweit vom Runden Tisch zur Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren empfohlen wurde. Dafür bitten wir um Verständnis.

„Die Zeit heilt keine Wunden“

Diözese arbeitet in einer Studie Geschichte der Heimerziehung auf

Mit einer 320-seitigen, vom Stuttgarter Institut für angewandte Sozialwissenschaften erstellten Studie „Die Zeit heilt keine Wunden“ hat die Diözese Rottenburg-Stuttgart nun die Geschichte der Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren auf ihrem Gebiet aufgearbeitet. Nach den Worten von Bischof Gebhard Fürst ist die Arbeit ein „wichtiger Beitrag zur Diözesangeschichte und zur Geschichte des diakonischen Handelns in der Diözese“.

Die Wissenschaftler befragten 25 ehemalige Heimkinder und 15 Erziehungspersonen, die in den 50er und 60er Jahren in den heute noch bestehenden 15 Jugendhilfeeinrichtungen der Diözese lebten und arbeiteten. Ein Teil kannte nach Angaben der Projektleiterin Prof. Susanne Schäfer-Walkmann auch die 18 Einrichtungen, die im Laufe der letzten 60 Jahre aufgelöst wurden. Zudem befragten die Forscher 14 Heimkinder und 10 Erziehungspersonen als Zeitzeugen der 80er und 90er Jahre. Bischof Fürst würdigte an der Studie besonders, dass sie Schicksale von Heimkindern in den Kontext der Zeitgeschichte, der Sozial- und der Rechtsstrukturen sowie der Erziehungsvorstellungen der damaligen Zeit stelle. Nach dem Zweiten Weltkrieg habe das Personal in den Heimen vielfach unter Überlastung und Überforderung gelitten. Die Heimaufsicht habe oft versagt, „was leider in vielen Fällen auch von der kirchlichen Heimaufsicht dieser Zeit gesagt werden muss“.

Der Bischof unterstrich, dass in den oft von Ordensleuten geführten Heimen der Diözese lange Zeit ein Konzept der so genannten Rettungspädagogik galt, nach deren Vorstellungen Kinder und Jugendliche zu einem „heiligen“ Leben nach den Idealen der Ordensleute erzogen werden sollten. Tatsächlich sei es schwierig zu klären, so Bischof Fürst, was aus damaliger Sicht „normal“ war und wo die Grenze zu unverhältnismäßiger Härte überschritten wurde. Die Studie belege auch, dass es „Erziehungspersonen gab, die ohne Schläge auskamen, die Liebe schenkten und Vertrauen vermittelten“. Sie hätten den Kindern und Jugendlichen nach Kräften die Familie ersetzen wollen.

„Ich lese Selbstzeugnisse von Überforderung, von unfreiwilliger Berufsausübung in diesem Feld, von Leiden an den äußeren Gegebenheiten und an den als falsch empfundenen Erziehungspraktiken, auch von Resignation“, so der Bischof. Es beschäme ihn zutiefst, dass im Verantwortungsbereich der Kirche damals so schlimme Dinge geschehen konnten. Er bitte die ehemaligen Heimkinder persönlich und im Namen der Diözese um Vergebung. „Ich hoffe, dass sie das hören und annehmen können.“

Schäfer-Walkmann betonte, dass physisch und psychisch gewalttätige Übergriffe auf Heimkinder in den 50er und 60er Jahren keine Einzelfälle gewesen seien. Umso wichtiger sei es, diese Vergangenheit systematisch differenziert aufzuarbeiten. Wenngleich Erfahrungen von Gewalt die Erinnerungen bei vielen Gesprächspartnern dominierten, so lasse sich aus wissenschaftlicher Sicht die Lebenswirklichkeit in den Heimen nicht ausschließlich auf die Formel ‚Nur Schläge im Namen des Herrn‘ reduzieren. Dies würde jenen nicht gerecht, die Kindern Geborgenheit vermittelten. Auch von ihnen werde in der Studie berichtet. Die Wissenschaftlerin verwies auf massive Veränderungen in der Heimpädagogik der vergangenen Jahrzehnte. Heime seien keine „totalen Institutionen mehr, sondern alternative, neue Lebensorte für junge Menschen“. So sagten befragte Zeitzeugen der 80er und 90er Jahre, dass Heimerziehung das Beste gewesen sei, was ihnen passieren konnte.

Die Leiterin der Hauptabteilung Caritas der Diözese, Irme Stetter-Karp, die die Kooperation mit dem IfaS koordinierte, dankte den ehemaligen Heimkinder, den damaligen Erziehungspersonen und den Wissenschaftlern für deren engagierte Mitarbeit. Die Studie sollte laut Stetter-Karp ergebnisoffen und differenziert die Lebenswirklichkeit in den Heimen aufarbeiten und Opfern Raum geben, erlittenes Unrecht und erfahrenes Leid auszudrücken. Dies sei ebenso gelungen wie eine Einordnung der subjektiven Erfahrungen von Betroffenen in einen historischen Kontext. Mit der Studie sei eine Perspektive geschaffen worden „für die Frage, worin heute und morgen in der Kinder- und Jugendhilfe neue Gefahrenmomente liegen und wo vorgesorgt werden muss“.

Pressemitteilung drs/Thomas Broch 4.4.2011

Ehemaligentreff am 19.06.2010

Am 19. Juni fand in der Marienpflege wieder einmal ein Ehemaligentreff statt, der ja seit Jahrzehnten Tradition hat. Etwa 60 ehemalige Heimkinder und Schwestern kamen zu Besuch.

Eine kleine persönliche Rückschau von Ralf Klein-Jung - die Fotos dazu finden Sie in den Galerien!

Diesmal hatten wir eine besondere, keine leichte Überschrift gewählt: Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren. Dieses Thema beschäftigt die Öffentlichkeit schon seit einigen Jahren, vor allem wegen der Aufarbeitung der mitunter problematischen Heimerziehungspraxis in den 1950er und 1960er Jahren in der Bundesrepublik.

Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages hat sich mit der Thematik drei Jahre befasst, erkannte und bedauerte erlittenes Unrecht und Leid, das Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Erziehungsheimen in der Zeit zwischen 1949 und 1975 widerfahren ist. In der Folge beschloss der Deutsche Bundestag in fraktionsübergreifendem Konsens die Einrichtung eines Runden Tisches unter Beteiligung von Betroffenen, Trägern, Wissenschaftlern, Verbänden, Vertretern des Bundes und der Länder sowie Vertretern der Kirchen.

Der Runde Tisch »Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren« konstituierte sich am 17. Februar 2009 unter dem Vorsitz der Bundestagsvizepräsidentin a.D., Dr. Antje Vollmer. Bis Dezember 2010 wird der Runde Tisch in etwa zweimonatigen Abständen in Berlin zu seinen nichtöffentlichen Sitzungen zusammentreten.

Auch Bischof Dr. Gebhard Fürst wollte vergangenes Jahr mehr über leidvolle Erfahrungen von Heimkindern in unserer Diözese wissen möchte und hat mit einigen ehemaligen Heimkindern auch persönlich gesprochen. Im Herbst 2009 hat er dann einen Forschungsauftrag genehmigt zur Untersuchung der Lebenswirklichkeit in Heimen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Frau Constanze Störk-Biber vom Institut für angewandte Sozialwissenschaften aus Stuttgart war bei unserem Ehemaligentreffen anwesend, hat die Studie kurz erläutert und Ehemalige der Marienpflege sowie frühere Mitarbeiter und Schwestern zu Interviews eingeladen.

Zahlreiche Schwestern, die früher hier tätig waren, kamen zum Ehemaligentreffen. Sie haben Jahre und Jahrzehnte hier für die Kinder gearbeitet, unter heute unvorstellbaren Arbeitsbedingungen hier gelebt und gewirkt, eigene Grenzen erlebt, wurden auch von manchen Kindern in den „Wahnsinn“ getrieben. Und doch haben sie ihr Bestes gegeben, und dafür möchte ich an dieser Stelle von Herzen danken! Wir sind froh und dankbar, dass die Franziskanerinnen von Sießen seit 102 Jahren im Kinderdorf leben und tätig sind. Sr. Claudia-Maria Mühlherr, die sich im Orden federführend mit dem Thema „Heimerziehung und Missbrauch“ auseinandersetzt, war anwesend, konnte sich und ihre Arbeit in Sießen den Ehemaligen vorstellen und bot sich für anschließende Gespräche an.

Wie war es denn damals: Unzählige Lehrer, Erzieher, Priester, Ordensleute und Eltern in ganz Europa setzten Gewalt zur Disziplinierung, als Strafe und als Erziehungsmittel ein, und die Prügelstrafe in der Schule wurde hier im Land erst 1973 per Gesetz verboten!

Seit 1830 sind in der Marienpflege tausende Kinder aufgewachsen. Vor 1964 waren die räumlichen Voraussetzungen - aus heutiger Sicht - unvorstellbar, es gab wenig Personal und das oft nicht ausgebildet. Schlafsäle mit über 30 Betten, eine Schwester und ein "Fräulein" als einziges Personal, wenig Persönliches, oft ein rigider Umgang.

Ich selbst habe in den letzten 18 Monaten mit etwa 50 Ehemaligen gesprochen, die vor 40 und mehr Jahren in der Marienpflege gelebt haben. Auch in Gesprächen mit früheren Schwestern und Mitarbeitern konnte ich ein Bild davon bekommen, welche Lebens- und Arbeitsbedingungen damals hier herrschten.

In einigen Gesprächen musste ich auch erfahren, dass auch in der Marienpflege einzelne Menschen gearbeitet haben, die die Kinder besonders hart angefasst haben, die auch nach den damaligen Wertmaßstäben über das „normale“ Maß hinaus Kinder geschlagen, missbraucht, gedemütigt haben. Es sind nur wenige, aber erschütternde Berichte, von Menschen, die teils bis heute unter diesen Traumatisierungen leiden.

Seit November letztes Jahr spreche ich auch auf unserer Homepage im Internet offen darüber und entschuldige mich ausdrücklich bei allen Kindern, die so etwas bei uns erleben mussten. Auch wenn mir ein Ehemaliger sagte, ich müsse dies nicht tun, zumal ich ja damals gar nicht in Verantwortung stand, ist es mir ein Herzensanliegen: Es ist gut, dass die Politik und die Gesellschaft seit einigen Jahren hier genau hinhört und hinschaut, denn wir können und müssen hier gemeinsam Tabus aufheben, den Betroffenen ermöglichen über Erlebtes zu sprechen, ihnen bei der Bewältigung ihrer Erfahrungen helfen und zugleich daraus lernen, was wir heute in der Heimerziehung besser und anders machen können. Und wir haben vor zwei Jahren das Archiv sortiert und nun die meisten Akten der Heimkinder bis etwa 1919 zurück schnell zur Hand und können sie interessierten Ehemaligen zur Verfügung stellen.

Mir wurde in den vielen Gesprächen auch oft deutlich, warum die damaligen Täter so gehandelt haben: Aufgrund von Überforderung, aufgrund mangelnder pädagogischer Kenntnis, aufgrund eigener Probleme, aufgrund ihres Charakters. Die Nachkriegsgeneration war zudem noch völlig anders geprägt, vom eigenen Elternhaus und oft selbst traumatisiert durch den Krieg, durch Verluste von Familienangehörigen, durch Erfahrung von Not.

Das alles entschuldigt keinerlei demütigendes, gewaltsames Verhalten, aber es hilft zumindest manches zu verstehen. Ich bin überzeugt, dass auch die damals Verantwortlichen härter eingeschritten wären, wenn sie mehr von manchem Übergriff gewusst hätten.

Im Archiv habe ich auch in den Nachkriegsjahren eindrucksvolle Belege gefunden, mit welch hohen moralischen Ansprüchen die damaligen Direktoren und Schwestern die Erziehung der Kinder gestaltet haben und – trotz bescheidender finanzieller Möglichkeit – so vieles für die Kinder getan haben. Betonen möchte ich, dass ich in unserem Archiv und in den Gesprächen keinerlei Belege, Berichte, konzeptionelle Aussagen gefunden habe, die Demütigungen, Gewalthandlungen, Missbrauch von Kindern gutheißen oder unter den Teppich kehren.

Als Monsignore Erwin Knam 1959 nach Ellwangen kam, fand er Lebens- und Arbeitsbedingungen vor, die ihn erschütterten. Sehr schnell entstand glücklicherweise seine Vision vom Kinderdorf, und er zog durch ganz Deutschland und erzählte den Menschen, dass man den Kindern ein Zuhause, eine liebvolle, familiär geprägte Umgebung schaffen müsse, damit sie gut aufwachsen und stabil ins Leben gehen. Und viele Menschen ließen sich begeistern und stehen uns bis heute im Freundeskreis hilfreich zur Seite - von Herzen Dank dafür!

Es war ein guter Tag, wenn auch nicht immer leicht: Fröhliche und ernste Begegnungen, vorsichtige Zurückhaltung und Wiedersehensfreude, interessante Erzählungen zum damaligen Heimalltag und kritische Berichte, Austausch von Adressen und die Bitte von 10 weiteren Ehemaligen um Einsicht in ihre damalige Kinderakte.

Das Schönste war für mich, dass ein Tag der Begegnung und des Gesprächs möglich war für ehemalige Heimkinder, frühere Mitarbeiter und Schwestern, damals und heute Verantwortliche. Damit wird nicht das Leid Einzelner ungeschehen, aber sie erhalten Aufmerksamkeit, Wertschätzung und – wenn gewünscht – beratende Hilfe. Und wir können daraus lernen und es heute besser machen!

Eine Kindheit im Heim

Seit 1830 sind in der Marienpflege tausende Kinder aufgewachsen. Vor 1964 waren die räumlichen Voraussetzungen - aus heutiger Sicht - unvorstellbar, es gab wenig Personal und das nicht unbedingt ausgebildet. Schlafsäle mit über 30 Betten, eine Schwester und ein "Fräulein" als einziges Personal, wenig Persönliches, ein rigider Umgang.

Es gibt auch Berichte Ehemaliger, die die schönen Seiten dieser Zeit in Erinnerung haben: Die Gemeinschaft, die Musik, regelmäßiges Essen und manche Freizeitaktivität und mancher unvergeßliche Streich.

Viele Ehemalige berichten, dass sie damals in der Marienpflege auch gelernt haben, sich "durchzubeißen". Stolz erzählen sie, was aus ihnen geworden ist, und viele unterstützen im Freundeskreis der Marienpflege unsere heutige Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien.

 

 

Fotos aus der Zeit in der Marienpflege

Info vom 11.01.2016 - viele Fotos sind jetzt digital verfügbar!

Bei den Kinderdorfesten und Ehemaligentreffen in den letzten Jahren wurde es mehrfach gewünscht, jetzt wird es wahr:

Erwin Knam hat in den letzten Jahren etliche Dias aus vier Jahrzehnten (von 1959 bis ca. 2000) ausgewählt, die wir inzwischen professionell digitalisiert haben. Dazu gibt es auch eine Datei, in der er versucht hat, die abgebildeten Themen und Motive zu beschreiben. 

Hinzu kommen Fotos vom seinem 80sten Geburtstag (2006),  einige Fotoalben, historische Fotos der Marienpflege, Fotos von Ordensschwestern sowie verschiedene Ausarbeitungen und Broschüren der Marienpflege.

Das Ganze ist nun mit ca. 1400 Dateien auf einem USB-Stick gespeichert. 

Interessierte Ehemalige der Marienpflege (und aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nur diese!) können den Stick bestellen, wenn Sie die im PDF abrufbare Datenschutzerklärung ausdrucken, vollständig ausfüllen, eine Ausweiskopie (z.B. Führerschein, Meldebstätigung) beilegen und das Ganze per Post zu uns senden. Aus rechtlichen Gründen reicht keine Email und kein Fax. Wir überprüfen dann in der Kinderkartei, ob Sie eine Zeit lang bei uns gelebt haben. Nur wenn dies der Fall ist, senden wir Ihnen gerne kostenlos die Fotos auf einem USB-Stick zu. Das Verfahren klingt vielleicht umständlich, aber wir möchten letztlich Ihre Persönlichkeitsrechte schützen und sind dabei auf Ihre Mithilfe angewiesen. 

Für eine Spende für diesen neuen Ehemaligen-Service sind wir dankbar, sie kommt in unserer heutigen Arbeit den Kindern, Jugendlichen und Familien zugute.

Vielleicht haben auch Sie einzelne Fotos oder ein ganzes Fotoalbum aus Ihrer Zeit hier? Und vielleicht sind Sie auch bereit, uns das Album digitalisieren zu lassen und in einer späteren Version auf dem Stick ebenfalls zur Verfügung zu stellen? Dann mailen Sie mir einfach: r.klein-jung(at)marienpflege.de 

 

 

Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren

Manche Ehemalige hadern bis heute mit ihrer Zeit in der Marienpflege. Sie berichten eindrücklich von erlebter Gewalt und Mißhandlung durch Mitarbeiter, Mitbewohner oder durch Außenstehende, von Demütigungen, von Zwängen und Kränkungen, von fehlendem Einfühlungsvermögen und harten Strafen. Auch wenn damals die Erziehungsbedingungen in der gesamten Gesellschaft vergleichbar waren und die Erziehungsheime staatlicherseits wenig Unterstützung erhielten, rechtfertigt dies nicht das Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter, die aus Unkenntnis oder Überforderung Kinder so behandelt haben.

Wenn Sie hier in der Marienpflege so etwas erleben und aushalten mußten, bitte ich Sie als heute Verantwortlicher um Entschuldigung und um Verzeihung! Aus persönlichen Gesprächen mit Ehemaligen, die oft Jahrzehnte gebraucht haben, bis sie das Gespräch suchten, weiß ich von mancher Misshandlung und Demütigung und bedaure zutiefst, dass es solche Vorfälle auch in der Marienpflege gab. 

Wir arbeiten aktiv die 50er und 60er Jahre der Heimerziehung auf diözesaner Ebene auf. Wenn Sie in dieser Zeit hier gelebt haben, melden Sie sich doch bei mir und helfen bei dieser Aufarbeitung.

In unserer heutigen Arbeit achten wir sehr darauf, dass die Rahmenbedingungen gut sind, dass sich solches Fehlverhalten nicht wiederholt und dass die Kinderrechte gewahrt werden. Wir erziehen die Kinder zu mündigen Menschen, pflegen Beteiligungsmodelle und entwickeln das Beschwerdemanagement weiter.

Ellwangen, den 21.09.2009

Ralf Klein-Jung
Vorstand

Können wir Sie unterstützen?

Wir stehen Ehemaligen gerne hilfreich zur Verfügung, z.B.

  • Suche nach Unterlagen aus der damaligen Zeit
  • Einblick und Übersendung von noch vorhandenen Dokumenten und Akten
  • Angebot von Gespr ächen über die damalige Zeit
  • Besichtigung der Räumlichkeiten soweit sie noch vorhanden sind
  • Besichtigung der heute modernen Erziehungshilfe
  • Hilfe bei der Suche nach psychosozialen Hilfsangeboten, soweit dies gewünscht wird
  • Hilfen zur Anlaufstelle in Stuttgart
  • Treffen von Ehemaligen untereinander

Ihr Ansprechpartner

Ralf Klein-Jung
- Vorstand -

Telefon
07961 884-100
Telefax
07961 884-222
Dalkinger Str. 2, 73479 Ellwangen

r.klein-jung(at)marienpflege.de

Wo gibt es die "Heimkinderstudie" der Diözese Rottenburg-Stuttgart?

Susanne Schäfer-Walkmann, Constanze Störk-Biber, Hildegard Tries

Die Zeit heilt keine Wunden

Heimerziehung in den 1950er und 1960er Jahren in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

ISBN 978-3-7841-2031-7
1. Auflage, April 2011
300 S., 29,00 € (D)

Mit diesem Buch legt die Diözese Rottenburg-Stuttgart ihre Studie zur Heimerziehung in den 1950er und 1960er Jahren vor. Bereits 2009 entschied sich die Diözese Rottenburg-Stuttgart zu einer eigenen Aufarbeitung der Heimerziehung und nahm damit eine zentrale Forderung des Runden Tisches Heimerziehung vom Dezember 2010 vorweg.Grundlage für die Entscheidung war allein die Überzeugung, dass die Heimerziehung in den 1950er und 1960er Jahren auch in der Diözese Rottenburg-Stuttgart einer gründlichen und kritischen Aufarbeitung bedarf.

 

Die Studie hat mehrere Intentionen. Sie soll ein qualitativer und eigenständiger Beitrag zu einer ergebnisoffenen und differenzierten Aufarbeitung der Lebenswirklichkeit in den Heimen der Erziehungshilfe sein, den Opfern Raum geben für eine Artikulation von erlittenem Unrecht und von erfahrenem Leid, die subjektiven Erfahrungen Betroffener konsequent in einen historischen Kontext einbetten und so Perspektiven eröffnen für die Frage, worin heute und morgen in der Kinder- und Jugendhilfe neue Gefahrenmomente liegen und wo präventiver Handlungsbedarf besteht.

 

"Ich will für dich da sein"

Zum 50jährigen Jubiläum von Msgr. Erwin Knam im Kinderdorf hat unser Ehemaliger Michael Eller dem Jubilar ein tolles Lied geschrieben!

Mercedes und das Kinderdorf

Mario Raster, ein Ehemaliger, der heute für Mercedes in Stuttgart arbeitet, hat schon viele schöne Aktionen für und mit den heutigen Kindern gestartet. Auch für unser Kinderdorffest organisiert er immer eine Attraktion. Lieber Mario - Danke für die große Unterstützung!

Ein Erfahrungsbericht von 2008

Sehr anschaulich hat eine junge Frau im Rahmen einer schulischen Hausarbeit 2008 ihren Weg in der Marienpflege beschrieben. Lesenswert!