Familienklasse

Miteinander voneinander lernen!

Kennen Sie das auch?

Kinder und Jugendliche

  • denen aufgrund verschiedenster Gründe die Teilnahme am Schulalltag schwerfällt,
  • die den Unterricht verweigern,
  • denen der Lernerfolg trotz entsprechender Intelligenz verwehrt bleibt.

Eltern

  • die sich hilflos fühlen,
  • die keine Unterstützungsideen für ihre Kinder haben,
  • denen es schwerfällt, „Schule“ zu verstehen und mit dem Lehrpersonal vertrauensvoll zusammen zu arbeiten.

Lehrer

  • die mit ihrem „Latein“ am Ende sind,
  • die sich mit den komplexen Problemstellungen allein gelassen fühlen,
  • die sich überlegen, ob der Unterricht mit diesem Kind noch möglich ist.

Das Konzept der Familienklasse

An einem Schultag pro Woche kommen in der Rupert-Mayer-Schule 6 - 8 Schüler mit je einem Elternteil, einem Multi-Familien-Trainer und einem Lehrer im Familienklassenzimmer zusammen. Tages- und Wochenziele der Kinder und Eltern werden gemeinsam festgelegt, im weiteren Verlauf überprüft und erreichte Ziele honoriert. Die Schüler bearbeiten ihre Aufgaben, die sie aus der Stammklasse mitgebracht haben. Die Eltern begleiten den Lernprozess und werden bei Problemen durch die Gruppe und die Trainer in ihrem Erziehungsverhalten unterstützt. Durch Gruppenspiele, Übungen und Familienaktivitäten, die das schulische Arbeiten ergänzen, werden die Ressourcen der jeweiligen Familie gestärkt. Unterstützt durch Video-Feedback, Rollenspiele und die Interventionen von Lehrer und Multi-Familien-Trainer werden alternative Verhaltensweisen angebahnt und erprobt. Nach 20 gemeinsamen Schultagen werden die Schüler in ihre Stammklasse entlassen. Ein Follow-Up-Termin wird noch vereinbart.

Alle bekommen etwas in der Familienklasse!

Die Schülerinnen und Schüler, denn sie

  • arbeiten an konkreten Verhaltenszielen und erleben Erfolge,
  • spüren, dass ihre Schulerfolge den Eltern wichtig sind,
  • erleben sich als Teil einer Gruppe, die ihnen bei Problemen Unterstützung bietet.

Die Eltern, denn sie

  • erfahren, dass sie nicht allein mit den Schwierigkeiten ihrer Kinder sind,
  • vernetzen sich mit anderen Eltern und spüren, dass sie sich gegenseitig unterstützen können,
  • lernen die Schule und den Unterricht aus einem neuen Blickwinkel kennen,
  • setzen sich mit den Ressourcen der eigenen und der anderen Familien auseinander,
  • beobachten und erleben, dass Probleme lösbar sind,
  • vermeiden eventuell einen drohenden Schulwechsel oder Schulausschluss.

Die Schule, denn sie

  • hat ein qualifiziertes Konzept zum inklusiven Umgang mit schwierigen Schülern,
  • lernt neue Methoden des Umgangs mit sozial belasteten Familien kennen,
  • erfährt qualifizierte Unterstützung im Umgang mit verhaltensschwierigen Kindern.

Ihr Ansprechpartner

Thomas Geist
- SR -

Telefon
07961 884-120
Telefax
07961 884-114
Dalkinger Str. 2, 73479 Ellwangen
t.geist(at)marienpflege.de

Klassenleitung

Die Leitung der Familienklasse, die seit September 2016 besteht, haben Sebastian Dauser, Sonderschullehrer und Sven Drenzeck, Dipl. Sozialpädagoge, Multi-Familien-Trainer, Systemischer Berater.

Teilnehmende Eltern und Kinder treffen sich jeden Dienstag von 7:55 Uhr bis 12:10 Uhr in unserer Rupert-Mayer-Schule.

Rückfragen gerne auch an familienklasse(at)marienpflege.de.

"MFT" heißt Multi-Familien-Therapie

Wir arbeiten seit einigen Jahren in unserer Tagesgruppe nach diesem systemischen Arbeitsprinzip und machen gute Erfahrungen.

Nun laden wir auch mehrere Familien gleichzeitig in die Familienklasse ein, denn sie können miteinander und voneinader lernen.

Wir sind auch Gründungsmitglied der BAG Multifamilientherapie (Infos unter www.bag-mft.com) und arbeiten in der Fachgruppe MFT der DGSF mit (Infos unter www.dgsf.org) .

Ein Tag in der Familienklasse

„Mein Name ist Kevin und ich bin 10 Jahre alt. Ich gehe in die 4. Klasse der Rupert-Mayer-Schule. Dienstags gehe ich seit Dezember, zusammen mit meiner Mama, jede Woche in die Familienklasse. In der Familienklasse sind auch noch andere Schüler aus unterschiedlichen Klassen. Auch die kommen mit ihren Mamas.

Ich gehe in die Familienklasse, weil ich im Unterricht nicht so ruhig sitzen bleiben kann und dann die anderen störe. Bei den Hausaufgaben zu Hause gibt es auch immer wieder Streit mit meiner Mama. In der Familienklasse habe ich einen Smiley-Plan bekommen, auf dem meine Ziele stehen, die ich erreichen möchte. Den Plan muss ich nach jeder Unterrichtsstunde bei meinem Lehrer abgeben. Der bewertet dann meine Ziele.

Jeden Dienstag lesen wir dann unsere Punkte vor und sprechen darüber. In der Familienklasse erledige ich Aufgaben, die mir mein Klassenlehrer mit gibt. Wenn ich mal Hilfe brauche, hilft mir meine Mama. Toll finde ich, dass wir auch immer wieder tolle Spiele spielen und ich mit meiner Mama und manchmal auch den anderen aus der Gruppe zusammen was bauen oder basteln kann. Wir reden oft über die Probleme in der Schule und zu Hause.

Seit ich in der Familienklasse bin gelingt es mir immer besser im Unterricht ruhiger sitzen zu bleiben. Weil ich mich besser auf meine Aufgaben konzentrieren kann, störe ich die anderen nicht mehr so oft wie früher. Auch bei meinen Hausaufgaben gibt es nicht mehr sooft Streit.

Ich finde es toll, dass meine Mama einen Tag mit mir in die Schule kommt.“